Personalberatung

Auch vor dem Hintergrund drohender Betriebskriminalität, also strafrechtlich relevanten Verhaltensweisen von Mitarbeitern, die das Unternehmen schädigen, ist eine qualitative Beratung bei der Personalauswahl, der Personalführung sowie der Personalüberprüfung erforderlich. Studien haben ergeben, dass weit über die Hälfte von befragten Unternehmen in den letzten zwei bis fünf Jahren Opfer von Wirtschaftskriminalität waren und dass in über 60 % aller Fälle Mitarbeiter des Betriebes der unterschiedlichsten Hierarchieebenen an den Straftaten beteiligt waren. Die Dunkelziffer ist aber mindestens doppelt so hoch. Viele Fälle bleiben unentdeckt, weil die Firmen den Ernst der Lage nicht erkennen. Während zufriedene Mitarbeiter das wertvollste Kapital eines Unternehmens sind, erweisen sich unzufriedene, frustrierte Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Motivlagen heraus als die größte Bedrohung, die in vielfältiger Form spürbar wird. Die sinkende Hemmschwelle der Mitarbeiter hängt nach Ansicht von Kriminologen vor allem auch mit der wachsenden Komplexität der Wirtschaft zusammen. In traditionellen Familienbetrieben kannten die Mitarbeiter ihre Chefs noch persönlich, in großen international agierenden Aktiengesellschaften hat man die geschädigten Personen nicht mehr direkt vor Augen. Zudem führe Frust, beispielsweise über eine ausbleibende Beförderung, oder die unsichere Lage auf dem Arbeitsmarkt, zu einer sinkenden Moralvorstellung. Auch befristete Arbeitsverträge fördern nicht gerade die Identifizierung mit dem Unternehmen.

Internes Kontrollsystem

Dennoch kann sich das Unternehmen auch wehren. Straftaten am Arbeitsplatz sind in den meisten Fällen vermeidbar, wenn die Führung eines Unternehmens ein internes Kontrollsystem einsetzt, dieses gegenüber allen Mitarbeitern verständlich kommuniziert hat und dessen Regeln konsequent anwendet. Wirksame Kontrollen, beispielsweise das Vier-Augen-Prinzip bei wichtigen Entscheidungen und klare Wertmaßstäbe mit konsequenten Sanktionen könnten helfen, die Situation zu verbessern.

Mitarbeitersensibilisierung

Wichtig ist, dass die Mitarbeiter auch die Symptome erkennen, die auf eine Umgehung der internen Kontrollen hinweisen. Deshalb sollten die Mitarbeiter in regelmäßigen Schulungen dazu sensibilisiert werden, die entsprechenden Signale zu erkennen, die auf Unregelmäßigkeiten hinweisen könnten.

Diese Signale sind aber lediglich ein Hinweis auf mögliche Symptome. Niemals sollten Verantwortliche voreilige Schlüsse ziehen. Sonst kann es rasch zur Verletzung von Persönlichkeitsrechten kommen. Falsche Verdächtigungen können auch die gute Unternehmenskultur beschädigen.

Vorbild des Managements

Unterschlagung, Betrug oder Wirtschaftsspionage setzen immer ein Motiv und eine konkrete Gelegenheit zur Straftat voraus. Motive sind oft schwer zu erkennen, aber die Gelegenheiten kann man unterbinden. Klare Compliance-Regeln und eine Vorbildrolle des Managements können als Prävention gegen Betriebskriminalität wirken.

Gerne bieten wir Ihnen bei der Personalarbeit strategische und konzeptionelle Entscheidungshilfen.